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arrange a studio visit in Etziken please call:
++32.614.4474 Christine Anne's Studio
Working in Studio at present
on a new series of paintings called
Under
My Skirt
Solothurn
Zeitung
"Über
die eigentliche Natur der Frauen"
Freitag, 4. März. 2005
Etziken Im Gespräch
mit der amerikanischen Künstlerin Christine Anne Berger-Lyons
Sie ist in
Indiana aufgewachsen und unterrichtete als Professorin für Kunst
in Rhode Island. Seit zwei Jahren lebt Christine Anne Berger-Lyons zusammen
mit ihrem Mann Pirmin in Etziken.
Brigit Leuenberger
Eine strahlende
Christine Berger öffnet die Haustür. Hund Willow tritt schwanzwedelnd
über die Schwelle und schnüffelt an den Hosenbeinen der Fremden.
«Hello and welcome», grüsst die Amerikanerin und lässt
die Besucher eintreten.
Seit zwei Jahren
lebt die Kunstschaffende zusammen mit ihrem Mann Pirmin in Etziken. «Wir
lernten uns in Houston kennen und lebten einige Zeit in Rhode Island»,
erzählt sie in Englisch, während sie aus der Küche Gläser
und Getränke holt. Als der Arbeitsvertrag ihres Mannes in den Vereinigten
Staaten auslief, musste er in die Schweiz zurückkehren. «Für
mich war das aber kein Problem. Ich habe mir immer gewünscht, in
Europa zu leben», sagt Christine Berger. So gab sie ihre Arbeit
als Professorin für Kunst an der Universität in Rhode Island
auf und zog in die Schweiz.
Seither widmet sich Christine Berger ganz ihrer Arbeit als Künstlerin.
Im ausgebauten Dachgeschoss des dreistöckigen Hauses hat sie ihr
Atelier eingerichtet. Drei Staffeleien, ein grosser Tisch mit unzähligen
Farbtöpfen, ein Regal voller Bücher und ein Sofa gehören
zum Inventar.
Von der Geschichte
der Weiblichkeit
An den Wänden
hängen Bilder zum Trocknen. «Da ich die Farben sehr dick auftrage,
braucht es Wochen, bis eine einzelne Schicht trocknet», erklärt
sie. Bis ein Gemälde durchgetrocknet ist, braucht es gar Jahre. Ihre
Werke wurden auch schon als Relief-Bilder bezeichnet, denn die Figuren,
die Christine Berger schafft, treten stellenweise geradezu plastisch hervor.
Mit Spachtel und Pinsel schafft die Künstlerin Frauengestalten. Die
meisten sind nackt, teils einzig mit einem Hut bekleidet und präsentieren
sich nicht selten in lasziven Stellungen.
Manche Körper sind aber auch bis zur Unkenntlichkeit verzerrt oder
zeigen die Frau als symbolische oder abstrakte Form. Es sind Heilerinnen,
Hexen, Gärtnerinnen, Kämpferinnen, Träumerinnen, Schwangere
und Liebende, wie die Künstlerin erklärt. Christine Berger orientiert
sich dabei an den weiblichen Gottheiten des Altertums, an den Göttinnen
der keltischen Mythologie, nimmt aber auch Frauengestalten aus der Bibel
und Persönlichkeiten der Gegenwart zum Vorbild. «Ich habe mich
intensiv mit der Geschichte der Frau auseinander gesetzt und nach der
Urkraft des Weiblichen gesucht», erklärt die Künstlerin.
Mit ihren Bildern möchte sie den Frauen Mut machen, ihre Weiblichkeit
zu leben, anstatt mit den Männern Machtkämpfe auszutragen. «Wenn
Frauen männliche Charakterzüge annehmen, geraten sie in ein
Ungleichgewicht. Sie schaden damit ihrer eigentlichen Natur», ist
sie überzeugt.
Ein Haus am
Waldrand
Wichtig sind
der Künstlerin zudem Elemente aus der Natur. Ihre Bilder zeigen Flüsse,
Blumen, Rapsfelder oder Steine, die für die jeweilige Frau wichtig
sind. «Ich bin selbst nahe dem Wald aufgewachsen. Mein Vater war
Förster», sagt sie. Deshalb habe die Natur in ihrem Leben schon
früh eine wichtige Rolle gespielt.
So wundert es denn auch nicht, dass man von ihrem Haus auf ein weites
Feld blickt, das an den Wald grenzt. «Ich gehe täglich viele
Stunden spazieren. Das inspiriert mich», sagt Christine Berger.
Und fühlt sie sich nie alleine, so weit weg von ihrem Zuhause, in
einem fremden Land? Die Künstlerin zeigt wieder ihr strahlendes Lächeln.
«Nein, ich fühle mich wohl hier. Und dass ich häufig alleine
bin, ist in Ordnung. Das Alleinsein macht mir keine Angst.»

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