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Working in Studio at present on a new series of paintings called

Under My Skirt


Solothurn Zeitung
"Über die eigentliche Natur der Frauen
"

Freitag, 4. März. 2005

Etziken Im Gespräch mit der amerikanischen Künstlerin Christine Anne Berger-Lyons

Sie ist in Indiana aufgewachsen und unterrichtete als Professorin für Kunst in Rhode Island. Seit zwei Jahren lebt Christine Anne Berger-Lyons zusammen mit ihrem Mann Pirmin in Etziken.

Brigit Leuenberger

Eine strahlende Christine Berger öffnet die Haustür. Hund Willow tritt schwanzwedelnd über die Schwelle und schnüffelt an den Hosenbeinen der Fremden. «Hello and welcome», grüsst die Amerikanerin und lässt die Besucher eintreten.

Seit zwei Jahren lebt die Kunstschaffende zusammen mit ihrem Mann Pirmin in Etziken. «Wir lernten uns in Houston kennen und lebten einige Zeit in Rhode Island», erzählt sie in Englisch, während sie aus der Küche Gläser und Getränke holt. Als der Arbeitsvertrag ihres Mannes in den Vereinigten Staaten auslief, musste er in die Schweiz zurückkehren. «Für mich war das aber kein Problem. Ich habe mir immer gewünscht, in Europa zu leben», sagt Christine Berger. So gab sie ihre Arbeit als Professorin für Kunst an der Universität in Rhode Island auf und zog in die Schweiz.
Seither widmet sich Christine Berger ganz ihrer Arbeit als Künstlerin. Im ausgebauten Dachgeschoss des dreistöckigen Hauses hat sie ihr Atelier eingerichtet. Drei Staffeleien, ein grosser Tisch mit unzähligen Farbtöpfen, ein Regal voller Bücher und ein Sofa gehören zum Inventar.

Von der Geschichte der Weiblichkeit

An den Wänden hängen Bilder zum Trocknen. «Da ich die Farben sehr dick auftrage, braucht es Wochen, bis eine einzelne Schicht trocknet», erklärt sie. Bis ein Gemälde durchgetrocknet ist, braucht es gar Jahre. Ihre Werke wurden auch schon als Relief-Bilder bezeichnet, denn die Figuren, die Christine Berger schafft, treten stellenweise geradezu plastisch hervor. Mit Spachtel und Pinsel schafft die Künstlerin Frauengestalten. Die meisten sind nackt, teils einzig mit einem Hut bekleidet und präsentieren sich nicht selten in lasziven Stellungen.
Manche Körper sind aber auch bis zur Unkenntlichkeit verzerrt oder zeigen die Frau als symbolische oder abstrakte Form. Es sind Heilerinnen, Hexen, Gärtnerinnen, Kämpferinnen, Träumerinnen, Schwangere und Liebende, wie die Künstlerin erklärt. Christine Berger orientiert sich dabei an den weiblichen Gottheiten des Altertums, an den Göttinnen der keltischen Mythologie, nimmt aber auch Frauengestalten aus der Bibel und Persönlichkeiten der Gegenwart zum Vorbild. «Ich habe mich intensiv mit der Geschichte der Frau auseinander gesetzt und nach der Urkraft des Weiblichen gesucht», erklärt die Künstlerin.
Mit ihren Bildern möchte sie den Frauen Mut machen, ihre Weiblichkeit zu leben, anstatt mit den Männern Machtkämpfe auszutragen. «Wenn Frauen männliche Charakterzüge annehmen, geraten sie in ein Ungleichgewicht. Sie schaden damit ihrer eigentlichen Natur», ist sie überzeugt.

Ein Haus am Waldrand

Wichtig sind der Künstlerin zudem Elemente aus der Natur. Ihre Bilder zeigen Flüsse, Blumen, Rapsfelder oder Steine, die für die jeweilige Frau wichtig sind. «Ich bin selbst nahe dem Wald aufgewachsen. Mein Vater war Förster», sagt sie. Deshalb habe die Natur in ihrem Leben schon früh eine wichtige Rolle gespielt.
So wundert es denn auch nicht, dass man von ihrem Haus auf ein weites Feld blickt, das an den Wald grenzt. «Ich gehe täglich viele Stunden spazieren. Das inspiriert mich», sagt Christine Berger. Und fühlt sie sich nie alleine, so weit weg von ihrem Zuhause, in einem fremden Land? Die Künstlerin zeigt wieder ihr strahlendes Lächeln. «Nein, ich fühle mich wohl hier. Und dass ich häufig alleine bin, ist in Ordnung. Das Alleinsein macht mir keine Angst.»

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